Richtiges Handeln bei einem Unfall im Gebirge
In den Bergen genügt oft eine kleine Unachtsamkeit und schon ist ein Unfall passiert. Da es Zeit braucht, bis die Bergrettung eintrifft, sollten Wanderer nicht nur ein vollständiges Erste-Hilfe-Set im Rucksack haben, sondern auch das richtige Verhalten an der Unfallstelle kennen.
Vorbereitung & Eigenschutz
Vor jeder Tour ist die Information über Wetter und Strecke Pflicht. Am Unfallort ist höchste Eile geboten, doch der Eigenschutz steht an erster Stelle. Achten Sie auf Gefahren wie Steinschlag oder Absturzgefahr und bringen Sie sich sowie die verletzte Person schnellstmöglich aus exponierten Bereichen wie Gletschertischen, Gipfeln oder Graten.
Erste Hilfe & Lagerung
Ruhe bewahren ist entscheidend, um Panik in der Gruppe zu vermeiden. Prüfen Sie den Verletzten auf Bewusstsein und sichtbare Verletzungen. Je nach Zustand ist die stabile Seitenlage oder die Schocklage anzuwenden. Blutungen müssen sofort durch einen Druckverband gestoppt werden, während der Verletzte bis zum Eintreffen der Retter intensiv betreut wird.
Notruf & Signale
Beim Notruf sind die 5 W-Fragen (Wer, Was, Wo, Wann, Wie viele) sowie Infos zu Wetter und Gelände essenziell. Bei fehlendem Handyempfang nutzen Sie die Signalpfeife oder das alpine Notsignal. Lassen Sie den Verletzten nur im äußersten Notfall allein, um Hilfe zu holen – etwa wenn ein Mitwanderer zur nächsten Hütte laufen kann.
Wie sollte die Rucksackapotheke ausschauen?
Ein vollständiges Erste-Hilfe-Set gehört in jeden Rucksack. Die nachfolgende Liste stellt die Mindestausstattung dar, die je nach Dauer und Schwierigkeit der Tour (z. B. durch eine Alupolsterschiene) ergänzt werden sollte.
Was gehört ins Erste-Hilfe-Set?
- Verbandspäckchen mit nicht haftenden Kompressen
- Wund- und Blasenpflaster
- Verbände und Kompressen
- Desinfektionslösung
- Dreiecktuch und Tape
- Schere und Pinzette
- Einmalhandschuhe
- Rettungsdecke
- Signalpfeife
Sicherheit & Orientierung
- Handy mit voll geladenem Akku (Notruf 112)
- Alpines Notsignal (6-mal pro Minute ein Zeichen)
- Biwaksack (für längere Touren)
- Aktuelles Kartenmaterial / GPS
- Zusätzliche warme Kleidung (Wärmeerhalt bei Schock)















